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General Assambly Dar es Salaam

Autor: Mareike | Datum: 06 Oktober 2010, 20:10 | Kommentare deaktiviert

So, wie euch das neue Fotoalbum verraet... (hey, ja es gibt Fotos) bin ich gerade in Dar es Salaam.

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Ein kurzer Ueberblick ueber "mein" Irente ;-)

Autor: Mareike | Datum: 04 Oktober 2010, 16:12 | Kommentare deaktiviert

Nun wohne ich schon eine Zeit lang in Irente. Hier ein Auszug aus meinem Rundbrief, damit ihr endlich ein bisschen mehr erfahrt...

An der Rainbow School, die fuer ein Jahr mein Wohn- und Arbeitsplatz sein wird, wohnen noch zwei andere Lehrer der Schule, wobei der eine bald heiratet
und dann auszieht. Wenn die Schueler also um halb 3 nach Hause gegangen sind, dann hab ich
Schaukeln, Wippe, Klettergeruest, Toiletten und einen schoen gepflegten Garten fast nur fuer mich.
Nicht zu vergessen sind auch die zwei Schafe und zwei Ziegen, die schon immer nach unseren
Kuechenresten bloeken und die Huehner samt Hahn, der aber nicht sehr aktiv ist. Die Kueche befindet
sich etwas ausserhalb des eigentlichen Gebaeudes mit Ausblick auf Bananenstauden, Avocadobaum
und ganz viel Schilf, da es hier etwas sumpfig ist. Wir kochen mit einem Kerosinkoecher und
mittlerweile kann ich schon ganz gut Ugali (Konsistenz wie fester Griesbrei, aber aus Maismehl) selber
kochen und manch andere Gerichte, die mir James, einer der zwei Lehrer, in den ersten Tagen
beigebracht hat. Nach einer Eingewoehnungsphase fang ich auch an, das tansanische Essen immer
mehr zu moegen. Mit den grossen Portionen und auch mit Essen zu spaeter Uhrzeit hatte ich ja zum
Glueck noch nie ein Problem ;-).
Nach wenigen Tagen in Irente konnte ich dann auch schon meinen ersten Gast in meinem Zimmer
beherbergen. Anne hat naemlich zwischenzeitlich fuer drei Wochen an der Blindenschule in Irente
gearbeitet und bis jetzt bei mir gewohnt. In Irente befindet sich dann noch eine dritte Institution,
naemlich ein Waisenheim fuer Kinder bis zwei Jahre. Dort habe ich bereits schon etwas mitgeholfen,
als die Rainbow School fuer eine Woche Ferien geschlossen war.
Ganz in der Naehe der Blindenschule gibt es die Irente Farm, wo man Joghurt, Kaese, Vollkornbrot
und noch vieles mehr kaufen kann, was das deutsche Herz erfreut. Bis jetzt hab ich aber noch nicht viel
vom Angebot gekostet. Wenn man von dort aus noch ein bisschen weiterwandert, kommt man an den
Irente View Point, ein Aussichtspunkt, der doch den ein oder anderen Tourist hier anzieht. Das kann
ich aber auch verstehen, denn es ist wirklich gigantisch, wie man vom Berg aus einen mindestens 180-
Grad- Ausblick in die Massaisteppe hat. Neben dem beruehmten Aussichtspunkt, der Teil eines
schicken Hotels ist, gibt es noch einige andere, abgelegenere Orte mit gutem Ausblick, wovon ich
bereits einen kennengelernt hab. Leider bleibt man nie unentdeckt und so wird man auf dem Weg meist
von vielen Kindern begleitet, die “Mzungu” (Weisser) rufen und sehr geduldig warten, bis man zu
Ende “geguckt” hat...
Nun will ich versuchen, euch noch einen Einblick in meinen Alltag hier zu geben: Jeden Morgen stehe
ich etwa so gegen halb 7 auf, laufe durch den Aussengang, der mich immer ein bisschen an diese
antiken Atriengaenge mit den Saeulen erinnert, zum Waschraum. Das Haare Waschen mit eiskaltem
Wasser kostet mich immer noch sehr viel Ueberwindung, aber man gewoehnt sich doch erstaunlich
schnell an viele Sachen. Danach fruehstuecke ich irgendwo draussen an einem schoenen Plaetzchen.
Ich muss gestehen, dass ich in der Hinsicht meine deutschen Essgewohnheiten noch nicht abgelegt
habe und ohne meine Marmeladenbrote am Morgen bei mir nichts geht. ;-)
Um 8 Uhr faengt die Schule an. Hier bekommen auch Schueler und Lehrer Mittagessen und um 14:30
Uhr ist Schulschluss. Momentan laufe ich erstmal noch ganz viel mit und versuche weiter mehr
Kiswahili zu lernen, helfe hier und dort im Unterricht und Schulalltag, aber ich werde noch ein
bisschen ausfuehrlicher ueber die Schule berichten, wenn ich ein wenig laenger hier gearbeitet habe.
Nachmittags laufe ich vielleicht nach Lushoto, dafuer braucht man ungefaehr eine dreiviertel Stunde.
Dort kann ich einkaufen, ins Internetcafe (das Internet ist aber leider sehr langsam...) oder zur Post
gehen... An die andere Art des “Shopping” musste ich mich erstmal gewoehnen, denn es gibt zwar sehr
viele Geschaefte, die muss man sich aber sehr klein vorstellen. Der durchschnittliche Laden ist nicht
groesser als 6 Quadratmeter. So steht man am Eingang und muss vorher wissen, was man kaufen will,
dann sucht der Ladenbesitzer das in seinen Regalen, die wegen Platzmangels manchmal heillos
ueberfuellt sind. Einfach nur mal herumschlendern und gucken, geht also nur bedingt. Als ich zu
Anfang Topf, Loeffel, Lappen etc. brauchte, haette ich ohne Hilfe niemals den richtigen Laden
gefunden. Es gibt in vielen Laeden die gleichen Sachen oder manchmal Kleidung, Lebensmittel und
sonstiges gemischt. Das ist auch der Grund, warum ich noch gar keinen Ueberblick habe, was man nun
wirklich alles in Lushoto kaufen kann und was nicht. Doch das werde ich noch immer mehr
herausfinden...